Im Kino am Tegernsee zahlt sich der Einsatz von Mehrwegschalen aus
Best Practice-Beispiel
Im Kino am Tegernsee ist es durch den Einsatz von wiederverwendbaren Schalen für Popcorn, Nachos und Nüsse gelungen, das Abfallaufkommen ganz erheblich zu reduzieren. „Das Snack-Angebot in Schalen kommt sehr gut bei unserem Publikum an“, berichtet die Inhaberin Carmen Obermüller. „Durch die Umstellung auf Mehrweglösungen vermeiden wir nicht nur Abfall, sondern sparen auch Kosten.“
An der Concession-Theke werden Popcorn, Nachos und Crunchy Crips in spülmaschinenfesten Kunststoffschalen von CircON (Circular, Convenient, OnDemand) serviert. Für Popcorn werden zwei Mehrwegschalen mit einem Fassungsvermögen von 32 Unzen und 85 Unzen eingesetzt. „Eine größere Variante wird noch entwickelt“, sagt die Kinobetreiberin, die für den ganz großen Popcorn-Appetit entsprechende Tüten bereithält. Für kleine und mittlere Popcorn-Portionen hält sie jeweils 30 Schalen vor. Die Kinobesucher*innen haben sich schnell an die Mehrweglösung gewöhnt und gehen sorgsamer mit den Snacks im Kinosaal um. „Es wird viel weniger Popcorn verschüttet. Nach der Vorstellung bringen viele Gäste die Schalen ins Foyer zurück.“
Die Reinigung der Popcorn-Bowls erfolgt direkt im Kino. „Für uns war damit keine Umstellung verbunden, da wir für Wein- und Biergläser sowie für das Kaffegeschirr bereits eine Spülmaschine besitzen.“ Die Schalen lassen sich gut in der Spülmaschine reinigen. „Wir verwenden dafür ein Kurzprogramm.“ Die Mehrwegbehältnisse werden im Spritzgussverfahren aus Styrol-Acrylnitril (SAN) hergestellt, das eine hohe mechanische Festigkeit besitzt. Dieses Material zeichnet sich durch seine extrem geringe Feuchtigkeitsaufnahme und eine herausragende Chemikalienbeständigkeit aus. Laut Hersteller ist die Lebensdauer der Schalen auf 500 bis 1000 Spülgänge ausgelegt.
Im Kino am Tegernsee erhalten die Gäste auch Nachos mit Dips sowie Crunchy Crips in weißen und transparenten Kunststoffschalen. „Wir haben dafür je 25 Schalen im Einsatz“, sagt Carmen Obermüller. In den Nacho-Schalen befindet sich jeweils ein kleiner Dip-Behälter für die Käsesoße. „Den Käsedip verkaufen wir in Portionspackungen, da wir für die Käsesoße im 4-kg-Folienbeutel leider zu wenig Absatz haben. Als kleines Kino wünschen wir uns, dass kleinere Abfüllmengen von den verschiedenen Soßen angeboten werden.“ Da das Kino in Rottach-Weißach über zwei Säle mit sechzig und siebzig Plätzen verfügt, sind die Großpackungen dort in der Regel nicht für den Kinoalltag geeignet.
Auf Abfallvermeidung setzt die Kinoinhaberin auch bei den anderen Snacks, die an der Concession-Theke angeboten werden. „Wir bieten verschiedene Nüsse in Gläsern mit Schraubverschluss an.“ Für die bunte Auswahl von Süßigkeiten aus dem Pick & Mix-Sortiment stehen im Kino am Tegernsee kleine Glasschalen bereit.
Es ist nur selten der Fall, dass die Gläser mitgenommen werden. „Wenn unsere Besucher*innen ihre Nüsse gerne mit nach Hause nehmen möchten, füllen wir sie ihnen in Pergament-Tüten um“, erklärt Carmen Obermüller. „Selbst wenn einmal ein Glas mitgenommen wird, können wir das problemlos verkraften, denn durch die Vermeidung von Papiertüten haben wir einen wesentlich geringeren Kostenaufwand.“
Durch den Einsatz der Schalen im Kino am Tegernsee sind im ersten Jahr rund 4 kg Plastik, 99 kg CO2, 92 kg Papier und Pappe sowie 70 Prozent Restmüll eingespart worden.
Die Berechnung der Ressourceneinsparung hat der CircON-Gründer Sergey Makaryan vorgenommen. „CircON ist für uns ein sehr engagierter und zuverlässiger Partner“, betont Carmen Obermüller. Die Mehrweglösungen zahlen sich im Kino am Tegernsee doppelt aus, denn aufgrund des wesentlich geringeren Abfallaufkommens fallen weniger Müllgebühren an. „Wir verfügen über eine Restmülltonne mit 120 l Fassungsvermögen, die alle vierzehn Tage geleert wird“, erklärt die Kinobetreiberin. „Folien und Plastikverpackungen bringen wir zum Recyclinghof, Papier wird getrennt entsorgt.“







