Filmgalerie in Bad Füssing bezieht Popcorn aus der Region

Best Practice-Beispiel

Der Duft von frischem Popcorn gehört für viele Filmfans als fester Bestandteil zum Kinoerlebnis. In der Filmgalerie in Bad Füssing bietet der Kinobetreiber Christian Mitzam seit mehr als fünf Jahren Popcorn an, für das er den Mais direkt aus der Region bezieht. „Bei unseren Kinogästen kommt das regionale Popcorn sehr gut an“, sagt Christian Mitzam. „Es ist zu schmecken, dass es sehr frisch ist.“

 

Den Puffmais bezieht der Kinobetreiber per Direktlieferung vom Jodlbauer-Hof in Fürstenzell, der in der elften Generation von der bayerischen Bauernfamilie betrieben wird. Auf einer Anbaufläche von fünfzig Hektar, was einer Größe von rund siebzig Fußballfeldern entspricht, baut die Familie Jodlbauer die Popcornmais-Sorten Butterfly und Mushsroom an. Den Mais bieten sie  den Kinos in 10 kg- und 25 kg-Säcken an.

 

Die nur etwa zwanzig Kilometer entfernte Filmgalerie in Bad Füssing beliefert Wolfgang Jodlbauer persönlich. „Das ist ein sehr guter Service“, erklärt der Kinobetreiber. „Wenn er zu uns kommt, geben wir ihm den Kellerschlüssel und er bringt unsere Ware direkt in unser Lager.“ Für das Popcorn im Kino verwendet er die Sorte Butterfly, die über das höchste Pop-Volumen verfügt, während Mushroom durch seine runde Form nach dem Aufpoppen ein ein geringeres Volumen besitzt.

Das „Bayerisch Popkorn“ baut die Familie Jodlbauer bereits seit 2016 auf ihrem Hof an. „Wir haben mit der Maissorte Butterfly begonnen“, berichtet Wolfgang Jodlbauer. „Die Bedingungen für Popkornmais sind dafür bei uns im Rottal sehr günstig.“ Hinsichtlich der Temperaturen kommt es darauf an, dass das Saatbeet im April eine Mindesttemperatur von 7°C hat. In der Wachstumsphase gedeiht der Popkornmais am besten in einem heißen und feuchten Klima. Zwei, drei Wochen vor der Ernte im September/Oktober ist hingegen eine trockene Periode besonders zuträglich.

 

Seit 2024 bauen die Jodlbauer auf ihren Feldern außerdem die Puffmaissorte Mushroom an. „Das Saatgut bezieht wir aus den USA, weil diese Züchtungen sehr gute Eigenschaften besitzen“, erklärt der Landwirt. Da es sich dabei um Hybridsaatgut handelt, kann es nicht zur Neubepflanzung eingesetzt werden. Inzwischen nutzen die Jodlbauer rund die Hälfte der gesamten Anbaufläche für Popkornmais. Der klassische Körnermais wächst nur noch auf einem Zehntel der Fläche.

 

Pro Jahr werden auf dem Hof der Jodlbauer rund hundert Tonnen Popcornmais geerntet. Bei der Ernte ist ein anderer Umgang mit den Maiskolben erforderlich als beim Körnermais. Beim Popkornmais muss zunächst der Kolben gepflückt und getrocknet werden. Erst im nächsten Schritt werden die Kolben gerebelt. „Das ist eine sehr schonende Weise, den Popkornmais zu ernten. Dadurch erhalten wir die beste Qualität“, betont Jodlbauer, der rund 45 Kinos in ganz Deutschland mit Puffmais beliefert.

 

„Ich kaufe gerne Produkte vor Ort ein, um lokale Händler zu unterstützen, denn die Betriebe in kleinen Orten auf dem Land haben es schwer“, betont Mitzam. Die Filmgalerie in Bad Füssing ist das erste Kino, das den regional geernteten Puffmais für die Popcornherstellung eingesetzt hat. Der Preis für Popcorn ist dort nicht erhöht worden. Da die Gäste in dem Arthaus-Kino regionale Produkte sehr schätzen, verzeichnet der Kinobetreiber damit eine größere Nachfrage. „Seitdem ist unser Umsatz mit Popcorn um etwa ein Fünftel gestiegen.“