Best Practice: Neue aufgepolsterte Bestuhlung im Il Kino

Best Practice-Beispiel

In dem Berliner Programmkino Il Kino, das die Kinobetreiberin Carla Molino zusammen mit Daniel Wuchansky 2014 in einer ehemaligen Bäckerei eröffnet hat, wird das Ambiente maßgeblich durch die alten, unbehandelten Ziegelsteinwände und den Retro-Charme der traditionellen Kinostühle geprägt. Die klassischen Kinoklappstühle stammen noch aus der Nachkriegszeit. Das Alter ist dieser Bestuhlung allerdings nicht anzusehen, denn die Sitze sind neu gepolstert und bezogen worden.

 

Die 52 Stühle in dem Kiezkino in Neukölln sowie zwei Reservestühle sind komplett aufgearbeitet worden. Dazu gehörten Reparaturen von defekten Mechaniken, um den Klappmechanismus wieder herzustellen. „Auch die Seitenblenden am Anfang der Reihen sind neu gepolstert und bezogen worden“, berichtet Molino. Hinzu kam zudem eine Erneuerung der Nummerierung.

 

Mit der Aufarbeitung der Kinostühle ist ein lokales Unternehmen in Berlin beauftragt worden. Bei der Sondierung verschiedener Dienstleister dienten Empfehlungen und Erfahrungen anderer KinokollegInnen als Orientierung. Die Wahl fiel auf die Firma TKH Sitzsysteme, die seit drei Jahrzehnten auf die Herstellung, Lieferung und Montage von Theater- und Kinogestühl spezialisiert ist. Zu ihrem Leistungsumfang gehört die Wartung, Reparatur und Aufarbeitung von Bestuhlungen sämtlicher Bauarten.

Bei der Aufpolsterung der alten Kinostühle im Il Kino sah die Anforderung vor, möglichst den ursprünglichen Neuzustand wiederherzustellen. Ein wichtiges Kriterium war zudem die Strapazierfähigkeit der Bezüge, die nicht nur abriebfest sein sollten, sondern auch leicht zu reinigen. Im Il Kino können die Gäste ihre Getränke und Speisen vom Bistro in den Kinosaal mitnehmen.

 

Zum Sortiment gehören Wein in Gläsern, Bier und Softdrinks in Flaschen sowie Kaffee in Porzellantassen. Neben Süßigkeiten in Glasschalen werden auch Leckereien wie Quiche, Hummus, Bruschette oder Kuchen angeboten. „Im Kinosaal sind mehrere kleine Tische verteilt, welche die Besucher*innen bei Bedarf nutzen können“, erklärt Wuschansky.

 

Als Bezugsstoff für die Kinostühle wurde Velours verwendet, das sich sehr gut als Stoff für Möbelpolster eignet, das aufgrund seiner Elastizität sehr gut liegt. Dank seiner Textur verleiht es den Möbeln einen zarten Glanz. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal für den Kinobetrieb ist, dass Velours zu den schnell trocknenden Stoffen gehört und sich leicht sauber halten lässt.

 

Flecken lassen sich mit warmem Wasser, einem milden Reinigungsmittel und einer weichen Bürste entfernen. Hinzu kommt, dass Velours als Möbelstoff langlebig ist. In der Regel besteht dieser aus zwei Schichten, zu denen neben der Basis ein mehrere Millimeter hoher Vlies gehört. „Die Haltbarkeit ist für uns das Wichtigste“, betont das Il Kino-Team.

 

Auch die Kosten haben bei der Aufpolsterung eine Rolle gespielt. Die gesamte Aufarbeitung der Bestuhlung im Il Kino belief sich auf 16.000 Euro. Finanziell unterstützt worden ist diese Maßnahme durch das Zukunftsprogramm Kino und das Medienboard Berlin-Brandenburg.

 

Der Zeitaufwand für die praktische Umsetzung hielt sich im Rahmen. Der Abbau und Aufbau der Bestuhlung ist jeweils an einem Tag erfolgt und die Aufarbeitung der Sessel in der Werkstatt nahm zwei Wochen in Anspruch. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn sowohl die Stammkund*innen im Il Kino als auch die Mitarbeiter*innen goutieren die neuen roten Sitze.