Die Filmbühne Waidhofen bezieht regional erzeugte Biotrinkhalme aus Stroh

Best Practice-Beispiel

Der österreichische Kinobetreiber Andreas Leitner bietet seinen Gästen in der Filmbühne Waidhofen Trinkhalme aus Stroh an, das auf einem Biohof im Salzkammergut gewachsen ist. „Wir haben uns Mitte 2021 dazu entschieden auf die Biotrinkhalme aus Stroh umzusteigen“, sagt Leitner. Die zwei ausschlaggebenden Punkte waren die Umwelt und das Trinkgefühl.

 

„Zusätzlich spielte die schlechtere Performance der unbeschichteten Papierstrohhalme eine Rolle – Stichwort: aufweichen“, erklärt der Kinobetreiber. Bei uns ist der Umweltaspekt nochmal stärker, da die Halme direkt in der Region wachsen und von Daniel Auinger und seinem Team auf dem Hof sowie mit Hilfe von integrativen Werkstätten hergestellt werden.

 

Auf den nachhaltig bewirtschafteten Feldern in Atzbach werden ausgesuchte Getreidesorten angebaut wie beispielsweise allte Roggensorten, die einen dicken, festen Halm besitzen. „Wir holen unser Stroh vom Feld das direkt vorm Hof liegt und verarbeiten es ohne jegliche umweltschädigende Substanz“, versichert der Landwirt Daniel Auinger.

Die Ernte der Strohhalme erfolgt mit einem umgebauten Bindemäher, mit dem die Getreidehalme gemäht und schonend in Kisten gelegt werden. Sobald ein Halm knickt, ist er nicht mehr als Bio-Strohhalm verwendbar. Die Sortier- und Schneidearbeiten werden von Hand überwiegend auf dem Hof durchgeführt. Bei Spitzenauslastung kooperieren wir mit integrativen Werkstätten für diese Handarbeit.

 

Um die hygienische Sicherheit und Lebensmitteltauglichkeit der Bio-Strohhalme sicherzustellen, hat der Biobauer gemeinsam mit der Fachhochschule Wels ein entsprechendes Verfahren zum Reinigen und Trocknen der Getreidehalme entwickelt. Dieses Produktionsverfahren basiert rein auf Wasserdampf und kommt ohne chemische Zusätze aus. Das Zertifikat vom Biokontrollservice Österreich bestätigt, dass die Produktion gemäß der EU-Verordnung 2018/848 für den ökologischen Landbau erfolgt.

In der Filmbühne Waidhofen sind die Strohhalme ein Gesprächsthema bei neuen Kund*innen. „Die Reaktionen reichen von ‘Wow, das ist ja super’ bis zu ‘Ich dachte das sind Salzstangen’ und sind zu 99 Prozent positiv. Das eine Prozent hätte einfach gerne wieder Plastikstrohhalme, egal welche Alternative angeboten wird“, berichtet Daniel Leitner.

 

„Unser erfahreneres Publikum fühlt sich in die Kindheit zurückversetzt.“ Für das ganz junge Kinopublikum sind Trinkhalme unverzichtbar. „Kinder nehmen diese auch gerne für Getränke in Flaschen.“ Im Schnitt benötigt das Kino rund 1.000 Halme pro Monat. Die Entsorgung der Strohhalme erfolgt in der Biomülltonne.

Ja, die Biotrinkhalme sind teurer. Da wir aber möglichst klimaneutral agieren wollen und der Werbewert hoch ist, gab es für uns nach dem ersten Testlauf keinen Grund zu anderen Produkten zu wechseln. Andreas Leitner, Kinobetreiber der Filmbühne Waidhofen in Österreich

„Das Nudging durch die Halme kommt nicht nur beim Publikum an, sondern auch im Team“, resümiert der Kinobetreiber. „Wir überlegen seitdem permanent wo wir echte und nachhaltige Alternativen einsetzen können.“