Energiewende im Cineplex Aichach per Wärmepumpe
Best Practice-Beispiel
Im Cineplex in Aichach sorgt seit Juni 2025 eine Wärmepumpe für die wohl temperierten Kinosäle. Das Luft-Wasser-Wärmepumpenystem verfügt über eine Heizleistung von 214 kW, um unter anderen die sieben Säle in dem 4.000 qm großen Kinokomplex zu beheizen und im Sommer zu kühlen. Das Wasser fließt mit einer Vorlauftemperatur von 55 °C in das Heizsystem. Die elektrische Leistungsaufnahme der Wärmepumpe, deren Jahresarbeitszahl bei 3,5 bis 3,8 liegt, beträgt rund 60 kW.
Ein Teil des benötigten Stroms wird mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Kinodach produziert. Bislang ist dort eine Leistung von 25 kwp installiert, die auf 50 kwp erweitert werden soll. „Wir haben bereits Wärmepumpen in Memmingen, Meitingen und Penzing erfolgreich im Einsatz, die teilweise mit einer Photovoltaik-Anlage kombiniert sind“, erklärt Alexander Rusch, Geschäftsführer der KinoGruppeRusch. „Unsere Erfahrungen damit sind überwiegend positiv, insbesondere im Bereich Effizienz und Wartungsaufwand.“ Im Cineplex Pfaffenhofen wird ebenfalls eine Wärmpumpe installiert.
Am Standort Aichach war die bestehende Gasheizung nach über 23 Jahren Laufzeit in die Jahre gekommen. „Es war absehbar, dass sie ersetzt werden musste“, sagt der Kinobetreiber. Parallel dazu stand die zentrale Kälteanlage kurz vor dem Komplettausfall. „Sie verursachte bereits regelmäßig hohe Wartungs- und Reparaturkosten – bei gleichzeitig hohem Energieverbrauch.“ Kurzzeitig stand ein Anschluss an ein geplantes Nahwärmenetz zur Diskussion. „Das Projekt wurde jedoch eingestellt“, berichtet Alexander Rusch. „Daraufhin haben wir proaktiv gehandelt, statt auf eine defekte Heizung oder verschärfte gesetzliche Vorgaben zu warten.“
Die Idee war, die Erneuerung der Kälte- und Wärmetechnik zu bündeln. „So entstand das Konzept, eine moderne Wärmepumpe mit einem neuen Kältesystem zu kombinieren. Die Wärmepumpe in Aichach ist die erste Anlage der KinoGruppeRusch, bei der Heizung und Kühlung gezielt in einem größeren Saal-Komplex kombiniert sind.
Von dieser nachhaltigen Komplettlösung für unser größtes Kino erhoffen wir uns auch technische Erkenntnisse für künftige Projekte.Alexander Rusch, Geschäftsführer der KinoGruppe Rusch
Mit dem Einbau einer Wärmepumpe ist das Cineplex Aichach energetisch für die Zukunft aufgestellt. Das Investitionsvolumen dafür belief sich auf 750.000 Euro. Die Finanzierung erfolgte mit Unterstützung verschiedener Förderprogramme. Einen erheblichen Beitrag stellte das Zukunftsprogramm Kino mit einer Förderung von 35 Prozent sicher. Weitere Finanzbausteine dabei waren die FFA-Kinoprojektförderung mit elf Prozent der Kosten sowie weitere elf Prozent von der Länderförderung FFF Bayern. Insgesamt lag die Förderquote bei 57,5 Prozent.
Bei einer mittleren Einsparung wird sich diese Investition über ein Zeitraum von etwas mehr als dreizehn Jahren amortisieren. Während für die Beheizung mit Gas bislang jährliche Betriebskosten von 44.000 Euro angefallen sind, reduzieren sich diese beim Betrieb mit dem Luft-Wasser-Wärmepumpenystem auf rund 36.000 Euro. Dies führt nicht nur zu einer jährlichen Ersparnis von 8.000 Euro, sondern auch zu einer erheblichen Reduzierung der CO₂-Emissionen.
Insgesamt hat sich die Realisierung dieses Vorhabens von der ersten Idee über die Förderanträge bis zur tatsächlichen Umsetzung über mehr als zwei Jahre erstreckt. „Die Planung selbst lief weitgehend reibungslos, allerdings kam es auf Seiten des ausführenden Installateurs zu erheblichen Lieferengpässen“, erläutert der Kinbetreiber. Dazu gehörten insbesondere zentrale Komponenten wie der Technikcontainer, in dem die gesamte Steuerung untergebracht ist.
Diese Verzögerungen hatten direkten Einfluss auf den Zeitplan, so dass die Inbetriebnahme später als ursprünglich angestrebt erfolgt ist. „Trotz dieser Herausforderungen konnte das System schließlich erfolgreich implementiert und in Betrieb genommen werden“, resümiert Alexander Rusch.







