Wachsende Nachfrage nach Wärmepumpen

Ob wassergeführte Luft-, Wasser- oder Erdreichwärmepumpen – bei der Modernisierung ihrer Heizungssysteme setzen immer mehr Kinobetreiber*innen Wärmepumpen ein. Sofern die Wärmepumpen mit selbst erzeugten Photovoltaik-Strom gespeist werden, entfällt dabei der Einsatz fossiler Brennstoffe. 2025 waren knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger Wärmepumpen. Mit 299.000 installierten Heizungs-Wärmepumpen beläuft sich der Zuwachs auf 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

 

Während die Nachfrage nach Öl- und Gasheizungen sinkt, sind mehr Förderanträge für Wärmepumpen gestellt worden. Das Heizen mit Gas und Öl wird zunehmend durch steigende Kosten für die fossilen Brennstoffe sowie die Ausweitung des CO₂-Emissionshandels auf den Gebäudesektor belastet. Neben den Preisrisiken kommen Unsicherheiten der Versorgung und negative Auswirkungen auf das Klima hinzu.

 

Die Befürchtung, dass sich die Technologie nur für bestimmte Gebäude eignet, hat sich nicht bewahrheitet. „Die KfW-Heizungsförderung wird nur im Bestand gewährt, wo mittlerweile knapp 80 Prozent des Absatzes von Wärmepumpen erzielt wird“, erklärt Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP). Nach der offiziellen Förderstatistik sind im Jahr 2025 über 288.000 Förderzusagen für Wärmepumpen erteilt worden, was einem Zuwachs von 91 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt auch Unternehmen mit Investitionszuschüssen, welche die Wärmewende in ihrem Heizungskeller umsetzen möchten. Für den Heizungstausch in Nichtwohngebäuden gibt es eine Grundförderung von 30 Prozent. Darüber hinaus wird für Wärmepumpen ein Effizienz-Bonus von fünf Prozent gewährt, wenn Wasser, Erdreich oder Abwasser als Wärmequelle genutzt oder ein natürliches Kältemittel eingesetzt wird. Hinsichtlich der verschiedenen Wärmepumpen-Typen bleiben die Luft-Wasser-Wärmepumpen mit 95 Prozent Marktanteil die dominierenden Systeme, während Erdreich-Wärmepumpen mit 16.000 Anlagen nur fünf Prozent des Marktes ausmachen.

 

Die Art der eingesetzten Energieträger in Nichtwohngebäuden ist stark von der Nutzungsart des Gebäudes abhängig. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) legt in dem Gebäudereport 2026 dar, dass sich der Anteil der Wärmepumpen in Bestandsgebäuden nahezu verdoppelt hat und 2024 bei 4,3 Prozent lag. Die Entwicklung der vergangenen 25 Jahre zeige, dass kein anderes Heizungssystem prozentual so stark gewachsen ist wie die Wärmepumpe.

 

Insgesamt verfehlt der Gebäudesektor jedoch weiterhin die Klimaziele und liegt mit seinen Emissionen über dem vorgesehenen Zielpfad. Im Jahr 2025 ist der Absatz von Heizungen  in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit fünfzehn Jahren gefallen, wie die Jahresbilanz vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH)  belegt. 2025 setzten die Hersteller nur rund 627.000 Anlagen ab, was einem Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

 

Aus Sicht des Verbandes sind politisch verursachte Unsicherheiten hauptverantwortlich für die gegenwärtige Absatzkrise. Die hitzige öffentliche politische Auseinandersetzung um das Gebäudeenergiegesetz 2023 habe Vertrauen zerstört. Die große Koalition hat im Koalitionsvertrag beschlossen, das sogenannte „Heizungsgesetz“ abzuschaffen, ließ jedoch bislang offen, welche Regelungen künftig gelten sollen. „Solange die politischen Rahmenbedingungen unklar sind, werden Investitionen in neue Heizungen aufgeschoben“, erklärt Markus Staudt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie.

 

Die Wärmepumpen allein können mit einem Wachstum von 55 Prozent mehr als im Vorjahr verkauften Geräten den Einbruch im Gesamtmarkt nicht kompensieren. Der rückläufige Absatz der Wärmeerzeuger schlägt sich auch auf Systemkomponenten des Heizungssystems wie Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung, Umwälzpumpen oder Heizkörper nieder. Zwar weisen einige dieser Technologien ein prozentuelles Wachstum auf, die absoluten Stückzahlen bewegen sich jedoch auf niedriger Basis.

 

Die schwache Nachfrage wirkt sich entsprechend auf die potenziellen CO2Einsparungen aus. „Wenn weniger Heizungen modernisiert werden, ist das nicht nur schlecht für Wachstum und Beschäftigung, sondern auch für die CO2-Minderung“, sagt Staudt. „Je geringer die Modernisierungsraten in der Gegenwart sind, desto mehr muss in den kommenden Jahren modernisiert werden.“ Um die angestrebten Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, müssten jedes Jahr eine Million Heizungen modernisiert werden.

Wir schieben eine immer größer werdende Welle vor uns her. Denn nach wie vor entsprechen über 40 Prozent der Heizungen im Bestand nicht dem Stand der Technik, viele Anlagen sind älter als 30 Jahre. Markus Staudt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie