Photovoltaik ist erstmals der zweitgrößte Stromerzeuger

Windkraft und Photovoltaik waren im Jahr 2025 die stärksten Nettostromerzeuger. Mit Photovoltaik-Anlagen wurden insgesamt 87 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugt, wovon rund 71 TWh in das öffentliche Netz eingespeist wurden. Damit ist die Solarstromproduktion um 21 Prozent gestiegen und hat erstmals die Braunkohle überholt. Rund 16,9 TWh Photovoltaikstrom sind nicht ins Netz eingespeist worden, sondern von den Anlagenbetreibern selbst genutzt worden.

 

Auch zahlreiche Kinos verfügen mittlerweile über einen eigenen Batteriespeicher, um den selbst erzeugten Solarstrom zu nutzen, da dies wesentlich günstiger ist, als den Strom von Anbietern aus dem öffentlichen Netz zu beziehen. Die angestiegenen Strompreise führen zu einem wirtschaftlich motivierten Eigenverbrauch von Solarstrom in Deutschland. An der Strombörse lag der durchschnittliche Day-Ahead Strompreis 2025 mit 8,65 Cent/kWh rund 10,9 Prozent höher als im Jahr 2024 mit 7,80 Cent/kWh). Hinzu kommt, dass die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelte Vergütung für eine Teil- oder Volleinspeisung ins öffentliche Stromnetz jedes halbe Jahr gesenkt wird.

 

Bis zum Jahr 2009 nutzten die Betreiber von PV-Anlagen ihren selbst erzeugten Strom kaum selbst, weil die Einspeisevergütung für den Solarstrom höher war als der Preis für aus dem Netz bezogenen Strom. Dieses Verhältnis hat sich inzwischen umgekehrt. Zudem sind die Nutzungsmöglichkeiten von PV-Strom durch die Sektorenkopplung erweitert worden, denn der Solarstrom kann beispielsweise zum Betrieb von Wärmepumpen oder zum Laden von E-Autos verwendet werden. Dank dieser Entwicklung steigt die Eigenverbrauchsquote von PV-Strom erheblich an. Der Eigenverbrauchsanteil ist von 13 Prozent im Jahr 2023 im Kalenderjahr 2025 auf 19,4 Prozent gestiegen.

Als Basis für die Auswertung diente den Wissenschaftler*innen des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE die Daten des Marktstammdatenregisters (MaStR) und der Übertragungsnetzbetreiber. Der PV-Anlagenbestand in Deutschland wurde nach Zeitpunkt der Inbetriebnahme, Leistungsklasse und Anlagentyp kategorisiert. Anhand des jeweiligen Einspeiseverhaltens und der installierten Batteriespeicher erfolgte eine Aufteilung in 44 unterschiedliche Eigenverbrauchs-Gruppen. Der im Auftrag des Umweltbundesamts erstellte Fachbericht Photovoltaik gibt Aufschluss über einen rapiden Zuwachs an Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeichern. Während 2020 etwa die Hälfte der PV-Anlagen mit einer installierten Leistung zwischen 7 und 20 kWp an einen hauseigenen Batteriepeicher angeschlossen waren, ist dieser Anteil  im Jahr 2025 auf 86 Prozent gestiegen.

 

Auch die Kapazität der Großbatteriespeicher hat sich im Jahresverlauf von 2,3 auf 3,7 GWh erhöht, was einem Zuwachs von 60 Prozent entspricht. Insgesamt sind knapp 25 GWh Batteriespeicher-Kapazität installiert. Im Marktstammdatenregister sind zudem 11,5 GWh mit geplantem Inbetriebnahmedatum verzeichnet. Diese Entwicklung ist für die Stabilität des Stromnetzes von Vorteil. „Der Strom wird dann direkt dort produziert, wo er verbraucht wird, ohne je im Stromnetz gewesen zu sein“, sagt Christoph Kost, Abteilungsleiter für Energiesystemanalyse am Fraunhofer ISE. „Wir erwarten, dass der Eigenverbrauch durch die hohen Strompreise und den Erfolg von Batteriespeichern weiterhin steigen wird.“

 

Während der Solarstrom vom eigenen Dach reiner Ökostrom ist, lag der Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix, der in Deutschland in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, 2025 wie im Vorjahr bei 55,9 Prozent. Stärkster Nettostromerzeuger bleibt die Windkraft, deren Ausbauziele allerdings nicht erreicht wurden. Statt der angestrebten installierten Leistung von 76,5 GW sind nur 68,1 GW installiert. An Land wurden 4,5 Gigawatt (GW) neuer Leistung zugebaut und nur 0,29 GW auf See. Aufgrund schlechterer Windverhältnisse sank die Windenergieproduktion um 3,2 Prozent auf insgesamt 132 TWh, wovon 106 TWh onshore erzeugt wurden.

 

Photovoltaik ist bei der öffentlichen Nettostromerzeugung auf Platz zwei vorgerückt. Dank des Zubaus von g ca. 16,2 GW Modulleistung lag die installierte Solarleistung Ende 2025 bei 116,8 Gigawatt. Damit die deutschen Klimaziele erreicht werden, muss der PV-Ausbau 2026 auf 22 Gigawatt erhöht werden.

Der Photovoltaik-Boom ist ein EU-weiter Trend. In zehn Jahren hat sich die Solarstromerzeugung verdreifacht, während die Kohleverstromung um 60 Prozent zurückgegangen ist.

2025 hat die Stromerzeugung aus Photovoltaik in den EU-Ländern mit 275 TWh erstmals die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle überholt, die sich auf 243 TWh belief. Die Datenplattform energy-charts.info des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE bietet für ganz Europa interaktive Grafiken zur Stromerzeugung.