Movies in Bad Mergentheim setzt auf Mehrwegbecher

Best Practice-Beispiel

Im Movies in Bad Mergentheim hat sich das Mehrwegbecherkonzept bewährt. „Wir setzen bereits seit zwei Jahren wiederverwendbare Becher und Nachoschalen an der Concession-Theke ein“, erklärt der Kinobetreiber Sven Döding. „Die Kinogäste reagieren sehr positiv darauf.“ Da keine Einwegbecher mehr entsorgt werden müssen, haben auch die Besucher*innen ein besseres Gewissen, wenn sie sich im Kino Getränke kaufen.

 

Die Mehrwegbecher im Movies werden in den Größen 0,5 l und 1,0 l angeboten. Die 0,5l-Becher werden ebenfalls für 0,3l-Bestellungen eingesetzt, während die 1,0l-Becher die 0,75l-Getränkegrößen mit abdecken. Während IML-Becher von den Kinobesucher*innen nicht als Mehrweglösung identifiziert worden sind, werden die stabilen Kunststoffbecher als wiederverwendbar erkannt.

 

„Die Becher bestehen zu hundertprozentig aus Polypropylen (PP) und sind damit komplett recyclingfähig“, berichtet der Kinobetreiber. Sortenreine Kunststoffe können eingeschmolzen und zur Wiederverwendung zu Granulat verarbeitet werden, das als Rohstoff für neue Kunststoffprodukte dient. Die Herstellung der Becher erfolgt bei einem deutschen Unternehmen am Bodensee. Die Mehrwegbecher sind bruchfest und rund 500 Mal einsetzbar.

Während sich IML-Becher etwa 40 bis 50 Mal verwenden lassen, sind die Polypropylen-Becher selbst nach 500 Nutzungszyklen immer noch intakt, allerdings nimmt die Qualität der Label langfristig ab. Aus diesem Grunde wird bereits an einer neuen Generation von Mehrwegbechern gearbeitet. Dabei wird die Folie in den Becher eingespritzt, damit das Labeling selbst nach hunderten von Spülgängen noch über eine perfekte Qualität verfügt.

 

Die COVID-konforme Reinigung der Mehrwegbecher bei mindestens 60 Grad Celsius erfolgt in Industrie-Spülstationen. Das Movies in Mergentheim verfügt über die komfortable Situation, dass sich die Spülstation im angrenzenden Gebäude befindet. „Dort sind bereits 40.000 Spülgänge erfolgt“, berichtet Sven Döding. Den Spülservice seines Unternehmens Mehrwegbecherkonzepte nehmen auch andere Kinos in Anspruch. „Pro Schicht können bei uns 40.000 Becher gespült werden.“ Mit der Spülstation ist es möglich, 2,4 Millionen Mehrwegbecher im Monat zu reinigen.

Den Untersuchungen der Deutschen Umwelthilfe zufolge schneiden Mehrwegbecher für Großveranstaltungen unter ökologischen Gesichtspunkten insgesamt besser ab als Einwegbecher aus Polystyrol (PS), Polyethylenterephthalat (PET) oder Polylactid (PLA). Bereits nach fünf Nutzungen erweisen sie sich als umweltfreundlicher als Einwegbecher aus PLA, PET oder PS. Unbedruckte Mehrwegbecher werden in deutschen Bundesligastadien im Schnitt mehr als 40 Mal wiederbefüllt.

 

In einer vergleichenden Ökobilanz für verschiedene Bechersysteme hat das Öko-Institut alle umweltrelevanten Prozesse über den gesamten Lebensweg erfasst und bewertet. Die Untersuchung ergab, dass die Becherneuherstellung höhere Umweltlasten als die vielfache Wiederbefüllung von Mehrwegbechern verursacht – trotz der nötigen Spülvorgänge und dem Transportweg. Bei dieser Ökobilanzierung ist für den Transport der Mehrwegbecher zu den Waschanlagen eine Entfernung von 100 Kilometern angesetzt worden.

Die Mehrweglösung ist wesentlich umweltfreundlicher als der Einsatz von Einwegbechern. Das ist auch der Fall, wenn zusätzliche CO2-Emissionen durch die Transportwege anfallen.

Auch hinsichtlich ds Wasserverbrauchs punkten die Mehrweglösungen, da moderne Spülmaschinen hocheffizient arbeiten. In einer industriellen Spülmaschine reichen schon 100 Milliliter Wasser zum Reinigen eines Mehrwegbechers aus. Einwegbecher aus Bioplastik wie PLA besitzen einen wesentlich höheren Wasserfußabdruck, denn für die Produktion von einem Kilo Mais sind bis zu 900 Liter Wasser erforderlich.