Das Metro Kino in Kiel lockt mit leckerem Kinofrühstück

Best Practice-Beispiel

Vielfältige vegetarische und vegane Frühstücksvariationen sowie selbstgebackene Kuchen gehören zu den Publikumslieblingen im Retro Café des Metro Kino im Schloßhof  in Kiel. „Wenn wir können, machen wir alles selbst. Insofern sind wir voll ‚retro‘“, erklärt Jan-Per Sellmer, Geschäftsführer des Metro Kinos, das mit dem Frühstückskino über ein Alleinstellungsmerkmal in Schleswig-Holstein verfügt. Die Beschaffung von regionalen und saisonalen Produkten hat dem Filmtheater bei der Kinopreisverleihung Schleswig-Holstein der Moin Filmförderung die Auszeichnung als „Kino der Nachhaltigkeit“ eingebracht. An der Kinotheke wird durch den Einsatz von Gläsern und wiederverwendbaren Nacho-Schalen Abfall vermieden. Umfunktionierte Gin-Flaschen fungieren an der Bar als dekorative Leuchten und die Stromversorgung des Metro Kinos erfolgt großteils über die neu installierte Photovoltaik-Anlage auf dem Flachdach.

 

„Es war uns von Anfang an wichtig, dass unser Cafe nicht nur gastronomisches Angebot für Kinogäste ist, sondern auch für Qualität und Nachhaltigkeit steht“, sagt Annika Schöne, Leiterin des Retro Café, die beim Einkauf möglichst auf regionale Erzeuger setzt und sich an saisonal verfügbaren Produkten orientiert. Viele Gäste interessieren sich zunehmend dafür, woher die angebotenen Produkte stammen. „Die regionale Herkunft wird häufig positiv wahrgenommen und schafft Vertrauen“, sagt Schöne. „Einige kennen die Lieferanten sogar persönlich oder kaufen dort selbst ein.“

 

Die Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern sorgt für frische Zutaten und kurze Transportwege. Zudem werden dadurch die Betriebe in der Umgebung unterstützt. So kommen Milch und Eier jeweils von einem Hof in der Region, hingegen der Bio-Käse auf dem benachbarten Wochenmarkt eingekauft wird. Die Kaffeebohnen stammen von einer Rösterei in Kiel. Auch bei den Getränken werden regionale oder nachhaltig produzierte Produkte priorisiert. „Wo es möglich ist, arbeiten wir mit lokalen Herstellern zusammen und ergänzen das Angebot durch hausgemachte Getränke“, versichert der Kinobetreiber. „Unsere Schorlen kommen aus Schleswig-Holstein. Der Sekt wird in Kiel abgefüllt und das Fass- und Flaschenbier ist ebenfalls ein lokales Produkt.“

Das Team im Retro Café beobachtet die Wünsche der Gäste sehr genau und entwickelt das Angebot kontinuierlich weiter. Neben klassischen Frühstücken sind vegetarische und vegane Varianten sowie saisonale Spezialitäten fester Bestandteil der Speisekarte. „Wir orientieren uns bewusst an dem, was die Saison bietet“, bestätigt Schöne. „Dadurch wechseln einzelne Zutaten und Gerichte regelmäßig.“

 

Im Laufe der Jahre hat sich das Frühstückskino zu einem festen Bestandteil des Angebots im Metro Kino entwickelt. Viele Gäste verbinden den Kinobesuch inzwischen mit einem gemeinsamen Frühstück. Die Herstellung der selbstgebackenen Kuchen, Marmeladen, Gemüseaufstriche und Limonaden im Retro Café ist zeitintensiv. „Das gehört aber zu unserem Konzept“, sagt Sellmer, “und wird in die täglichen Arbeitsabläufe integriert.“

 

Ein Vorteil dieses Konzept ist es, dass die Gäste durch das Frühstück auf das Kinoprogramm aufmerksam werden und die Kinogänger wiederum auf das Frühstücksangebot. Mitunter wünschen sich die Gäste Köstlichkeiten wie vegane Pfannkuchen außerhalb der Frühstückszeiten. „Wir prüfen regelmäßig, welche Angebote sich sinnvoll erweitern lassen, achten dabei aber darauf, unser Konzept und unsere Abläufe stimmig zu halten“, betont Schöne.

Bestimmte Komponenten des Frühstücks landen abends in anderer Zusammensetzung als kleine Snacks auf der Sonderkarte. So wird beispielsweise Käse, der sich nicht bis zum nächsten Kinofrühstück hält, zusammen mit Oliven in Form von Käsewürfeln angeboten. „Damit vermeiden wir zugleich Lebensmittelverschwendung“, sagt Sellmer.

 

Die Vorbuchung des Kinofrühstücks erleichtert die Planung erheblich. Die benötigten Mengen im Retro Café können dadurch genau kalkuliert, frische Lebensmittel bedarfsgerecht eingekauft und die Vorbereitung optimal organisiert werden. Die Kühlung und Lagerung der Produkte erfolgt in klassischen Gastro-Kühlschränken, die mit selbst produziertem Solarstrom gespeist werden. „Wir haben im Frühjahr 2026 eine Photovoltaik-Anlage mit 58 kWp Leistung installiert“, berichtet Sellmer, „Dank der Südlage auf unserem Flachdach können wir damit einen Großteil unseres Strombedarfs decken.“