Qualitätssiegel Raumlufttechnik für effiziente RLT-Anlagen

Luft ist unser Lebensmittel Nr. 1. Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) sorgen für eine gute Luftqualität in Innenräumen und können Heiz- und Kühlenergie einsparen. Die Qualität der Luft wird anhand von Richtwerten wie der CO2-Konzentration gemessen, die 1.000 ppm ⁠nicht übersteigen sollte. Weitere Faktoren, die einen Einfluss auf das Wohlbefinden haben, sind die Temperatur und Luftfeuchte. Für eine optimale Luftqualität ist entscheidend, dass die Anlagen richtig ausgelegt und effizient betrieben werden.

 

Damit eine RLT-Anlage effizient arbeitet, muss diese richtig dimensioniert sein. Die Anlage  muss für die angestrebte Nutzung und Raumluftqualität mit entsprechenden Volumenströmen geplant werden. Ist sie zu groß ausgelegt, wird Energie verschwendet, selbst wenn die Anlage über einen effizienten Ventilator und eine hochwertige Wärmerückgewinnung verfügt.

 

Um die Dimensionierung von raumlufttechnischen Anlagen zu optimieren, haben das Umweltbundesamt und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der Energieeffizienzstrategie 2050 das Qualitätssiegel Raumlufttechnik entwickelt. Mit dieser Zertifizierung wird das Energielabel für Bestandsanlagen auf neue Raumlufttechnik- und Kälteanlage übertragen. Damit neue Lüftungs- oder Klimaanlagen so effizient wie möglich arbeiten, sind von der ersten Projektidee bis zur langjährigen Nutzung viele Aspekte zu beachten.

Das Qualitätssiegel Raumlufttechnik baut auf einem dreistufigen Qualitätssicherungsprozess auf, bei dem eine unabhängige, fachkundige Person die Planung, Installation und den Betrieb der raumlufttechnischen Anlagen prüft. Da mit Investitionen in raumlufttechnische Anlagen oft einige zehntausend Euro verbunden sind, kann sich der Prüfaufwand rechnen, wenn dadurch jahrzehntelang Strom und Wärme gespart und die gewünschte Raumluftqualität sichergestellt werden.

 

Bei dieser Prüfung wird die Energieeffizienz der geplanten Gesamtanlage und ihrer Komponenten bewertet. Mit Hilfe einer Software lässt sich der vorläufige Jahresprimärenergiebedarf der RLT- und Kälteanlagen ermitteln. Dabei wird beispielsweise festgestellt, ob sich der Betrieb der geplanten Anlage so anpassen lässt, dass dieser auf im Tages-, Wochen- oder Jahresverlauf ändernde Bedarfe oder eine schwankende Auslastung des Gebäudes reagiert. Anhand der eingegebenen Werte prüft die Software zudem, ob wichtige energetische EU-Ökodesign-Mindestanforderungen erfüllt werden.

 

Bei diesem Verfahren werden für jede einzelne Anlage Energielabel erstellt. Damit wird ausgewiesen, dass eine raumlufttechnische Anlage effizient, wirtschaftlich und nachhaltig betrieben wird. Die Energielabel werden nur zusammen mit dem Qualitätssicherungsprozess vergeben. Für die Zertifizierung des gesamten Gewerks Raumlufttechnik wird zusätzlich zu den Energielabeln eine Urkunde ausgestellt. Auch eine einzelne RLT-Anlage mit oder ohne Kühlfunktion kann den Qualitätssicherungsprozess durchlaufen und somit das Energielabel mit Qualitätssiegel erhalten.