Weichenstellungen für den Ausbau von Photovoltaik

Der Anteil der Erneuerbaren Energien von 80 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland ist bis 2030 nur zu erreichen, sofern die Ausbauziele weiter angehoben werden, wie der Think Tank Agora Energiewende in seiner neuen Studie Klimaneutrales Stromsystem 2035 ausführt. Um die Klimaziele im Stromsektor zu erreichen, müsste sich die Erzeugung Erneuerbarer Energien von derzeit 243 Terawattstunden bis zum Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Im Bereich Photovoltaik gehen die Agora-Experten davon aus, dass die derzeitige Kapazität von 60 Gigawatt bis zum Jahr 2030 auf rund das Dreieinhalbfache auf 215 Gigawatt gesteigert werden muss, um in Zukunft den wachsenden Strombedarf decken zu können.

 

Auf den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien setzten auch die EU-Energieminister. Die bisherige Zielmarke der Erneuerbaren von 32 Prozent soll im Rahmen der Neugestaltung der Erneuerbaren-Energie-Richtlinie (RED III) bis 2030 auf einen Anteil von 40 Prozent angehoben werden. Bevor die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament beginnen, muss sich zunächst das Parlament auf die von ihm angestrebten Ausbauziele einigen.

Auch in Deutschland wird in immer mehr Bundesländern ein Fokus auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien gesetzt. In Schleswig-Holstein sollen künftig bürokratische Hürden beseitigt werden, die bislang den Ausbau von Photovoltaik auf Dächern, an Fassaden und über Parkplätzen erschweren. Ab 2025 ist die Einführung eine Solarpflicht auf Dächern vorgesehen. Zudem sollen den Eigentümer*innen attraktivere Contracting-Modelle ermöglicht werden, damit sie ihre Dächer für die Nutzung von Solarenergie verpachten können.

 

In dem bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen soll die Solarstromerzeugung kräftig ausgebaut werden, um künftig jedes geeignete Dach für die Photovoltaik-Erzeugung nutzen zu können. Bereits ab 2023 soll eine Solarpflicht für alle neuen öffentlichen Liegenschaften eingeführt werden und ab 2024 bei umfassenden Dachsanierungen von kommunalen Bestandsgebäuden greifen.

 

Für 2025 wird eine Solarpflicht für alle gewerblichen Neubauten anvisiert und ab 2026 soll eine Solarpflicht bei Dachsanierungen von Bestandgebäuden folgen. Wie in Schleswig-Holstein soll auch in Nordrhein-Westfalen die Option bestehen, Dachflächen für die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen an Dritte verpachten zu können. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Installation von gebäudeintegrierter Photovoltaik im Bestand zu unterstützen.