Aktionswoche: Jeder Stecker zählt! Deutschland sammelt E-Schrott

Anlässlich des International E-Waste-Day am 14.Oktober 2025 ruft die Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) vom 6. bis 19. Oktober 2025 zu einer bundesweiten Aktionswoche auf, um möglichst viele Menschen für den nachhaltigen Umgang mit Elektroaltgeräten zu sensibilisieren. Dabei geht es sowohl um eine längere Nutzung als auch eine fachgerechte Entsorgung von Elektrogeräten. „Nur wenn wir beide Seiten stärken – die Verlängerung der Nutzungsdauer durch Reparatur und die fachgerechte Rückgabe am Ende der Lebensdauer – funktioniert echte Kreislaufwirtschaft“, sagt Alexander Goldberg, Vorstand der Stiftung EAR.

 

In Deutschland müssen sich Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräte bei der Stiftung EAR registrieren, wenn sie Elektro- oder Elektronikgeräte verkaufen wollen. Die gemeinsame Koordinierungsstelle ist vom Umweltbundesamt mit der Umsetzung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) beauftragt. Das bedeutet für die Hersteller, dass sie ihre in Verkehr gebrachten Gerätemengen anmelden und sich an der Entsorgung beteiligen müssen. Nach dem ElektroG sind sie dazu verpflichtet, die bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern gesammelten Elektro- und Elektronik-Altgeräte (EAG) entsprechend ihres Marktanteils abzuholen und nach den abfallrechtlichen Vorgaben zu entsorgen.

 

Der richtige Umgang mit Elektrogeräten beginnt lange vor der Entsorgung, denn durch Reparaturen können Ressourcen gespart und die Lebensdauer der Geräte verlängert werden. Mit dem Netzwerk Reparatur-Initiativen hat die Stiftung Ear einen neuen Kooperationspartner für die Aktionswoche „Jeder Stecker zählt! Deutschland sammelt E-Schrott“ gewonnen. In dem Netzwerk sind bundesweit über 1.700 Gruppen aktiv, die Reparaturcafés organisieren und Hilfe zur Selbsthilfe für den Ressourcenschutz im Alltag geben. „Wir setzen gemeinsam ein Zeichen für eine Kultur des Reparierens und den bewussten Umgang mit Ressourcen“, sagt Linn Quante vom Netzwerk Reparatur-Initiativen.

„Zivilgesellschaft und Abfallwirtschaft können gemeinsam mehr bewegen – lokal, praktisch und effektiv“, versichert Alexander Goldberg. In Deutschland werde noch viel zu wenig Elektroschrott richtig gesammelt. Viele Menschen horteten alte Geräte in Schubladen oder Kellern, anstatt sie fachgerecht zu entsorgen. Einige kleine E-Geräte landeten immer noch in der Restmülltonne oder im gelben Sack, wo durch beschädigte Lithium-Akkus Brände entstehen können. Wenn sich Geräte nicht mehr verkaufen, verschenken oder reparieren lassen, sollten diese sachgemäß entsorgt und damit ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden.

 

Bei den meisten Elektrogeräten erweist es sich als ökologisch sinnvoll, diese möglichst lange zu nutzen. Allerdings können Elektrogeräte ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr repariert werden und erreichen das Ende ihres Lebenszyklus. In der EU werden beispielsweise jedes Jahr zehntausende Tonnen Kühlschränke entsorgt, die knapp zur Hälfte aus Metallen wie Eisen und Aluminium sowie zu rund einem Fünftel aus Kunststoff bestehen. Diese Materialien können durch hochwertiges Recycling zurückgewonnen und wieder eingesetzt werden. Bei der Demontage von Kühlgeräten muss die Kühlflüssigkeit separat entsorgt werden, da diese klimaschädliche Gase enthält, die auf keinen Fall in die Atmosphäre gelangen dürfen.

 

Alte Kühlgeräte, die noch FCKW als Kältemittel enthalten, haben ein Treibhauspotenzial (GWP), das mit rund 2,8 Tonnen CO2 dem jährlichen CO2-Ausstoß eines Mittelklassewagens entspricht.

Um eine breite Öffentlichkeit für die Ressourcenschonung und richtige Rückgabe herzustellen, sind rund um den den International E- Waste-Day lokale Aktionen und Kampagnen geplant, die für bundesweite Aufmerksamkeit sorgen sollen. Unternehmen, Vereine, Bildungseinrichtungen und Initiativen sind eingeladen, sich zu beteiligen. Die Stiftung EAR stellt den teilnehmenden Akteuren kostenlos Leitfäden, Kommunikationsvorlagen oder individuelle Beratung zur Verfügung. Ziel dieser groß angelegten Aktion ist, Elektroschrott zu sammeln und die Geräte bei einer offiziellen Sammelstelle wie dem Wertstoffhof, dem Handel oder einer anderen offiziellen Rückgabestelle abzugeben.